Die offizielle Grand Tour der Schweiz ist 1643 ausgeschilderte Kilometer, fünf Pässe, 22 Seen und 12 UNESCO-Stätten. Wörtlich gefahren dauert sie zwei Wochen und enthält viel See- und Talboden, Panorama mehr als Fahrt. Die Version unten ist die komprimierte Enthusiasten-Schnittversion, sieben Tage, 1200 Kilometer, jeder grosse Pass, knappe Seestücke.
Die Schleife startet und endet in Zürich. Tag 1 südostwärts nach St. Moritz via Klausen und Julier, zwei der ruhigeren Klassiker bereits vor dem Abendessen. Tag 2 ist der Engadin-Hochtag, Bernina, Flüela und ein Abstecher über den Albula. Tag 3 über den Maloja nach Süden ins Tessin und zurück Nord über die alte Gotthard-Tremola nach Andermatt. Tag 4 die Big Three in verdichteter Form, Furka, Grimsel, Susten zurück nach Interlaken. Tag 5 Grimsel Süd ins Wallis, Nufenen Ost und zurück durchs Tessin nach Luzern. Tag 6 Brünig plus finale Furka-Runde. Tag 7 über den Oberalp zurück nach Zürich.
Das Tempo ist bewusst. Jeden Tag mindestens ein grosser Pass; meist zwei. Transits unter zwei Stunden. Übernachtet wird in Orten, die zur Region passen, St. Moritz, Andermatt, Interlaken, Luzern, nicht an anonymen Autobahnen. Budget für gute Hotels ansetzen: die Schweiz bestraft Billigentscheidungen bei Unterkünften, und der Unterschied zwischen Mittelklasse und ordentlichen vier Sternen ist kleiner als erwartet, sobald die Lage mit eingerechnet wird.
Die Vignette (CHF 40) ist Pflicht für jede Autobahnfahrt und an jeder Grenze und Tankstelle erhältlich. Kein Schweizer Pass hat eine eigene Maut. Sprit ist teuer, aber überall verfügbar. Kreditkarten werden universell akzeptiert. Was das Schweizer Strassensystem nicht duldet, ist Zu-schnell-Fahren: Bussen sind hoch, Radar dicht. Auf der Autobahn innerhalb 5 km/h des Limits bleiben und du hörst von niemandem.
Das Wetter ist die Variable. Jeder Tag kann kippen, Regenschutz einpacken, Nachmittagswechsel einplanen, Vorhersage als Empfehlung, nicht als Gesetz behandeln. Ende Juni bis Mitte September ist das verlässliche Fenster. Juli bringt Hitze ins Tal, aber perfektes Passwetter über 2000 m. September ist der beste einzelne Monat: kühl, klar, werktags leer.