Die Route des Grandes Alpes ist die längste durchgehende gute Fahrstrasse der Alpen. Von Thonon-les-Bains am Genfersee bis Menton am Mittelmeer reiht sie siebzehn Pässe auf 720 Kilometern aneinander, und verdient jede der ihr zugeschriebenen Superlative. Der Galibier auf 2642 m, der Iseran auf 2770 m (der höchste asphaltierte Pass der Alpen), der Izoard mit seiner Mondlandschaft Casse Déserte und der Abstieg durch die Alpes-Maritimes nach Nizza, nichts im europäischen Fahren ist von vergleichbarem Umfang oder Vielfalt.
Sieben Tage sind das zivilisierte Minimum. In fünf Tagen wird es Transit; in zehn bleibt Zeit für Abstecher (Col de la Madeleine, Col de la Bonette), die sich lohnen. Die Tour unten ist die Sieben-Tage-Version, lang, aber nicht zermürbend, mit Übernachtungen in Orten mit ordentlichen Restaurants und Garagen.
Thonon ist der Start. Nach der Landung in Genf Auto übernehmen, vierzig Minuten ostwärts entlang des Sees, und man ist binnen einer Stunde am ersten Pass (Col des Aravis). Endpunkt technisch Menton, aber die Rückgabe erfolgt in Nizza, dreissig Minuten Küste östlich, mit ordentlichem Flughafen. Mietvertrag entsprechend: die meisten grossen Anbieter erlauben Genf-Abholung/Nizza-Rückgabe gegen Gebühr.
Die Pässe teilen sich in drei Drittel. Das nördliche Drittel (Aravis, Saisies, Cormet de Roselend, Iseran) ist klassisches Savoyer Fahren, breite Täler, dunkelgrüne Wälder, hohe Almen. Das mittlere Drittel (Galibier, Lautaret, Izoard, Vars) ist der dramatische Kern, weite hohe Pässe der Dauphiné-Alpen mit Tour-de-France-Geschichte. Das südliche Drittel (Cayolle, Champs, Valberg, Turini) führt in die Alpes-Maritimes, enger, verwinkelter, mediterranes Licht, Richtung Küste wird die Strasse zur Monte-Carlo-Rallye-Etappe.
Französische Alpenpässe sind etwa Juni bis Mitte Oktober offen. Iseran und Galibier öffnen meist spät (Mitte Juni) und schliessen früh (Anfang Oktober); entsprechend planen. Sprit überall. Autoroutes sind bemautet und teuer, aber man meidet sie ohnehin, der Sinn liegt in den Nebenstrassen. Oberflächen der grossen Cols sind gut, einige Departementsstrassen im Süden sind geflickt. Verkehr ist werktags und morgens am geringsten; französische Sommerferien im Juli/August bringen Motorradverkehr auf jedem Col.